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Brazilian Jiu-Jitsu (auch Gracie Jiu-Jitsu genannt) ist ein von der Familie Gracie in Brasilien entwickeltes Kampfsystem, welches in erster Linie Technik, Hebelkraft und Strategie anstelle von Muskelkraft nutzt. Gerade diese Eigenschaft des Brazilian Jiu-Jitsu erlaubt es auch körperlich schwächeren Personen, sich gegen größere und kräftigere Gegner zur Wehr zu setzen.
Brazilian Jiu-Jitsu ist eine sehr vielseitige Kampfkunst, die sich aus verschiedenen Teilbereichen zusammensetzt.
Selbstverteidigung:
Brazilian Jiu-Jitsu eignet sich hervorragend zur Selbstverteidigung. Im Brazilian Jiu-Jitsu werden verschiedene Selbstverteidigungstechniken und Taktiken erlernt, mit denen man sich gegen Schläge, Tritte, Bedrohungen und bewaffnete Angriffe zur Wehr setzen kann. Die bereits oben genannte Eigenschaft des Brazilian Jiu-Jitsu's hauptsächlich mit Hebelkraft anstelle von Muskelkraft und vor allem einer intelligenten Strategie zu arbeiten, macht es möglich, sich auch gegen wesentlich größere und kräftigere Gegner zu verteidigen.
Erreicht wird dieses durch die Strategie, den offenen Schlagabtausch zu vermeiden und schnellstmöglich in die Nahdistanz (= Clinch) zu kommen, in der die Schläge und Tritte des Gegners weitaus weniger effektiv sind. Hat man dieses erreicht, wird der Gegner zu Boden gebracht und zur Aufgabe gezwungen.
Sportlicher Wettkampf ohne Schläge und Tritte:
In diesem Bereich findet man das Sport Jiu-Jitsu und das Submission-Wrestling.
Im Sport Jiu-Jitsu trägt man einen Jiu-Jitsu Kimono. Schläge und Tritte sind in dieser Wettkampfform verboten. Beendet werden Kämpfe entweder durch Aufgabe des Gegners, durch Hebel oder Würgegriffe oder nach Ablauf der Kampfzeit durch Erreichen einer höheren Punktzahl, die man durch das Erkämpfen vorteilhafter Positionen erzielen kann.
Das Submission-Wrestling (übersetzt „Aufgaberingen“, auch Submission-Grappling genannt) unterscheidet sich vom Sport Jiu-Jitsu in erster Linie durch die Bekleidung. In dieser Wettkampfvariante verzichtet man auf den Kimono und kämpft in kurzer Hose und T-Shirt bzw. Rash-Guard. Im Submission-Wrestling trifft man oft auch auf Gegener anderer Stilrichtungen (z.B. Ringen oder Luta Livre).
Vale Tudo / MMA:
Vale Tudo ist portugiesisch und bedeutet übersetzt sinngemäß soviel wie „alles geht“ bzw. „alles erlaubt“. Der Begriff Vale Tudo bezeichnet eine Kampfform, in der zwei Kämpfer mit keinen oder sehr wenigen Regeln aufeinander treffen. Diese Form des Kampfes war in Brasilien vor einigen Jahren noch sehr beliebt. Hier trafen Kämpfer aus verschiedenen Systemen (hauptsächlich aus dem Brazilian Jiu-Jitsu, dem Thai-Boxen und dem Luta Livre aber auch aus exotischeren Systemen wie dem Capoeira) zusammen, um in teilweise recht heftigen Auseinandersetzungen einen Sieger zu bestimmen. In dieser Umgebung bewies das Brazilian Jiu-Jitsu seine Stärke und setze sich in den meisten Fällen gegen die anderen Systeme durch.
Aus diesen doch sehr blutigen Vale Tudo Wettkämpfen ist dann das heute sehr beliebte MMA hervorgegangen. Die Abkürzung MMA steht für Mixed Martial Arts (übersetzt: Gemischte Kampfkünste). Im MMA wurde die Idee der (fast) regellosen Kämpfe aufgegriffen und durch die Einführung von Regeln und Schutzausrüstung für die Gesundheit der Sportler zu einem sehr beliebten Sportereignis umfunktioniert. Die bekannteste Veranstaltung im MMA dürfte heutzutage die Ultimate Fighting Championship (abgekürzt UFC) sein. Auch hier gibt es kaum einen erfolgreichen Kämpfer, der nicht in irgendeiner Form Brazilian Jiu-Jitsu trainiert hat.
Wie sieht das Training aus?
Eine Trainingseinheit im Brazilian Jiu-Jitsu beginnt mit einer Aufwärmphase, in der Grundlagen der Bewegungsschule verinnerlicht werden und Attribute wie Körperspannung, Kräftigung der Muskulatur, Beweglichkeit und Koordination vermittelt werden.
Nach der Aufwärmphase werden Techniken wie z.B. Wurftechniken, Hebel und Würgegriffe erlernt.
In der nächsten Phase des Trainings werden die erlernten Techniken gegen den Widerstand eines Partners eingesetzt. Dieses geschieht durch freundschaftliche Trainingskämpfe, die entweder aus bestimmten Positionen heraus starten oder die komplett frei sind und in denen alle erlernten Techniken ausprobiert werden können. Hierbei gilt natürlich „Sicherheit zuerst!“. Wir wollen im Training keine Verletzungen riskieren, die uns in einer Selbstverteidigungssituation oder im Wettkampf behindern würden. Anfänger werden behutsam und vorsichtig an diesen Teil des Trainings herangeführt, so dass niemand mit Angst oder einem schlechten Gefühl aus dem Training heraus kommt.
Gerade diese Phase des Trainings macht das Brazilian Jiu-Jitsu so interessant, da man sofort ein Feedback bekommt, ob die gelernten Techniken in einer Zweikampfsituation funktionieren oder nicht.
In der letzten Phase des Training erfolgt noch ein kurzes Abwärmen und Dehnen.
Was brauche ich zum Training?
Traditionell wird Brazilian Jiu-Jitsu in einem Kimono bzw. Gi (eine Art Judo Anzug) trainiert. Dieser ist für die ersten Trainingseinheiten nicht erforderlich, sollte aber bei regelmäßigem Training irgendwann angeschafft werden. Da original Brazilian Jiu-Jitsu Anzüge recht teuer sind, tut es aber auch ein günstiger herkömmlicher Judo Anzug. Brazilian Jiu-Jitsu Kimonos sind gegenüber Judo Anzügen enger geschnitten und optisch etwas „stylischer“.
Neben den Einheiten mit Kimono gibt es aber auch Trainingseinheiten in denen ohne Kimono trainiert wird. Hier reichen dann eine Sporthose und ein T-Shirt bzw. eine Fight-Short und ein Rash-Guard.
Brazilian Jiu-Jitsu wird barfuß trainiert.
Der Einstieg in das Brazilian Jiu-Jitsu ist auch ohne Vorkenntnisse jederzeit möglich.
Hier ein paar interessante Videos zum Brazilian Jiu-Jitsu:
http://www.youtube.com/watch?v=R_gbPG7aGeA
http://www.youtube.com/watch?v=UVCKEbiEJNc
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